A., Mama von zweien.

Neben unseren Fußabdrücken sind da noch zwei andere. Ich weiß, dass sie da sind, trotz Wind und Wasser. Aber nicht alle können sie sehen.

Wo wir wohnen, in Dubai, scheint die Sonne jeden Tag. Da ist das nicht schwer mit dem Freuen. Wir sind gern draußen und auch öfters mal am Strand. Der Wind, die Wellen und tausende Fußabdrücke zeichnen den Sand. Neben meinen sind da noch vier andere. Zwei Fußabdrücke gehören Romy, unser kleiner Sonnenschein der heiterer lacht als die Mittagssonne. Die kleinen Füße lernen gerade das Laufen. Abdrücke kreuz und quer verteilt. Wir lieben beide das Wasser und strahlen gemeinsam um die Wette. Die zwei anderen, von den Wellen schon halb verwaschen, gehören unserer ersten Tochter Mila, die uns vor zwei Jahren zu Eltern gemacht hat. Ich weiß, dass sie da sind, trotz Wind und Wasser. Aber nicht alle können sie sehen. Wir hatten viele schöne Stunden gemeinsam, haben gesungen und gelacht. Wie das mit Leben aber nun mal so ist, dürfen wir nicht immer über alles selbst bestimmen und Gott hatte für uns andere Pläne. Mila ist jetzt ein Engel und strahlt mit ihren Engelsfreunden im Himmel um die Wette.

 

Elternsein, die größte Freude und Herausforderung; jeder mit seiner eigenen Geschichte.

 

M., Mama von dreien.

Mutterschaft heißt mütterlich leben.

 

Definiere Mutter!

Da kommen mir zuerst Namen: Susanne, Marion, Karin,… Frauen mit mehreren Kindern. Das sind Mütter. Felsen in der Brandung, Säulen unserer Gesellschaft. Die geben sich hin und halten was aus, sie bergen und lassen los, sie setzen Grenzen und lieben grenzenlos. Mütter eben. Schenkend und beschenkt. Ich kenne Mütter und weiß wie sie sind.

Und ich?

Ich bin Mutter meiner Kinder und Großmutter meiner Enkel – mit ganzem Herzen und doch nicht so, wie sich das Bild zu allererst in mir zeichnet. Und dann fällt mir da noch unsere ehemalige Nachbarin ein. Alt-ledig, kinderlos und doch:“…Die, die nicht geboren hat, hat mehr Kinder, als die, die den Mann hat…“(Jes. 54,1). Sie war Groß-Mutter vieler Kinder in der Straße. Auch unserer Kinder. Eine Frau ohne leibliche Kinder aber mit einem großen Mutterherz. Eine Mutter.

Mutterschaft ist für mich mehr als der biologische Begriff. Sie ist ein Geschenk für mich als Frau, macht mich sehr reich.

Ich möchte mütterlich leben und dieses Leben teilen – nicht nur in meinem Haus.

 

R., Mama von dreien.

Muttersein ist etwas Ursprüngliches. Eine Art Urknall. Man weiß nie so richtig, was daraus entsteht, sicher ist nur, dass es das Gefühlsleben unfassbar intensiviert.

Was bedeutet Muttersein? Wann ist man eine Mutter und was macht eine Mutter aus? Diese Fragen habe ich mir in den letzten Tagen oft gestellt und mich dabei gefühlt, wie in der 8. Klasse. Deutschklausur, leeres Blatt vor mir, mein Gehirn eine Wüstenlandschaft. Dabei bin ich selber eine Mutter, vor ziemlich genau sechs Wochen zum dritten Mal geworden. Aktuell müsste ich dazu also schreiben: Muttersein bedeutet für mich schlaflose Nächte, Windelunfälle, vollgespuckte T-Shirts und eine leichte bis mittelstarke Stilldemenz. Und doch ist es so viel mehr, so viel, dass ich es kaum greifen kann, geschweige denn in Worte fassen. Früher hätte ich wohl gesagt, dass eine Mutter eine Frau ist, die ein (oder auch mehrere) Kind(er) geboren hat. Heute weiß ich, dass es nur ein Teil der Mütter ist, die tatsächlich Kinder geboren haben. Es gibt schließlich auch Adoptiv- und Pflegemütter, die ihre Kinder sicher genauso lieben, die gleichen Ängste und Sorgen diesbezüglich haben und sich an den gleichen Dingen erfreuen. Und dann sind da noch Frauen, zu denen ich auch sehr lange Zeit gehörte. Die nämlich, bei denen die Kinder jahrelang nur als Wunsch existieren, der sich, aus welchen Gründen auch immer, nicht erfüllen lässt. Wir hatten Glück, bei uns hat es dann doch noch geklappt. Aber was ist mit denen, die diesen Wunsch nach einem eigenen Kind aufgeben müssen? Für mich sind auch diese Frauen irgendwie Mütter, weil sie sich nach ihrem eigenen Kind sehnen, weil sie für dieses Kind teilweise große Belastungen auf sich nehmen, weil sie um dieses Kind trauern, das nicht entstehen kann.

Für mich waren während der Kinderwunschzeit alle Mütter wie eine Art Geheimclub. Einer, in den ich auch gern wollte, aber ich gehörte einfach nicht dazu. Ich konnte nicht mitreden, hab mir aber trotzdem alles angehört und versucht mir vorzustellen, wie es denn wohl so ist als Mutter. Ich gehörte halt zu den Kinderlosen. Die, die ausgehen konnten, wann sie wollten, Alkohol trinken und rauchen ohne schlechtes Gewissen, am Wochenende schlafen bis 11 Uhr und nach der Arbeit auf der Couch versinken. Auch okay. Schlimmer, viel schlimmer wurde es erst, als ich während der langersehnten ersten Schwangerschaft erfuhr, dass unser Sohn eine schwere Genmutation hat, eine die ihm sein Leben zur Hölle machen würde. Zusammen mit meinem Mann tat ich das, was man als Mutter macht: Verantwortung übernehmen, Entscheidungen treffen, die das Kind noch nicht treffen kann. Wir entschieden uns dafür unseren Sohn noch in meinem Bauch einschlafen zu lassen. Kurz darauf brachte ich ihn zur Welt. Tot. Das klingt traurig und schlimm und das war es auch. Aber es war auch schön. Ich war unheimlich stolz auf meinen Sohn. Ich freute mich darüber ihn im Arm halten zu dürfen, genau so, wie ich mich später bei unseren Töchtern freute, sie endlich im Arm halten zu können. Ich hab ihn genauso bestaunt, die kleinen (sehr kleinen!) Fingerchen, die winzige Stupsnase! Er hat mich zur Mutter gemacht. Und dennoch habe ich mich danach unter Müttern nie dazugehörig gefühlt. Ich gehörte dann weder zu den Müttern, noch zu den Kinderlosen. Klar, ich habe mich als Mutter wahrgenommen, nur habe ich eben keinen Kinderwagen vor mir hergeschoben, mein Muttersein war unsichtbar und ich war oft traurig, wütend und wurde manchmal zynisch. Ich erinnere mich an ein Gespräch mit Freundinnen (allesamt Mütter) über den schlechten Schlaf ihrer Kinder. Ich saß daneben und hab lange geschwiegen, bis es aus mir rausplatzte: „Also ich kann mich nicht beschweren, mein Kind schläft eigentlich von Anfang an durch!“ Ich blickte in geschockte Gesichter, voller Überforderung und fand mich eigentlich ganz witzig.

 

 

Inzwischen habe ich noch zwei gesunde Töchter bekommen und erlebe die gesamte Bandbreite am Muttersein von überbordender Liebe, Freude und Stolz, über Überforderung, hin zu Sorge und Trauer. Vielleicht ist es das, was das Muttersein (auch) ausmacht: Mitfühlen. Sich keinem anderen Menschen wie seinen Kindern so verbunden zu fühlen, dass man meint, man könne all ihre Emotionen ebenso stark durchleben. Dazu der Wunsch, sie vor allem Schlechten dieser Welt bewahren zu wollen. Mutter sein bedeutet für mich auch etwas Ursprüngliches. Eine Art Urknall. Man weiß nie so richtig, was daraus entsteht, sicher ist nur, dass es das Gefühlsleben unfassbar intensiviert. Noch nie zuvor habe ich so starke Liebe und Zuneigung verspürt und noch nie zuvor bin ich so sehr an meine eigenen Grenzen gekommen. Es ist stark und wild und gleichzeitig warm und ruhig. Und es lässt sich einfach nicht gut in Worte fassen, weil es nur aus Gefühl besteht.

 

 

Wieder ein Muttertag

Muttertag – wieder einmal.

Wieder ein Jahr um, ein Jahr voll Lachen, Chaos, Schlafmangel, voll Wunder beobachten, voll davon Altes neu zu lernen.

Und wieder ein Jahr voll Loslassen, voll Abschied nehmen, von Lebens- und Entwicklungsphasen …

Lasst uns die Fülle des Mutterseins neu umarmen, einander umarmen, und besonders all diejenigen Mütter umarmen, für die das Verabschieden im letzten Jahr wörtlich wurde.

 


Define: mother geht in eine neue Runde. 

In der kommenden Woche findet ihr hier auf dem Blog wieder neue Geschichten und Bilder vom Muttersein. Unglaublich starke Frauen, die ihr Herz teilen, Einblick geben, und Mut machen.

 

 

Muttertag

 

 

(For the English version, please scroll down.)

 

Heute ist er, der Tag, Muttertag. Der Feiertag, der ehrt und freut, der dankbar macht und demütig, der weh tun kann. Dazu eine kleine Geschichte von Ernest Hemingway, die ich schon letztes Jahr zu Muttertag geteilt habe:

„Zu verkaufen: Babyschuhe, nie getragen.“

Das ist sie, die Realität für so viele Mütter, für so viele mehr als wir oft denken. Auch die Realität aller Frauen, die in dieser Woche ein Stück ihrer Geschichte hier auf define: mother geteilt haben. Eine Realität, die jedoch nicht still steht, sich verändert – vom vorherrschenden Verlustgefühl, hin zu neuer Freude und Dankbarkeit.  Vergangenes wird nicht vergessen, es wird benannt und man findet nach einer Weile die Kraft, offen zu sein. Authentizität ist, was die Welt, was wir alle dringend brauchen.

Von Herzen DANKE an euch zahlreiche LeserInnen in dieser Woche, danke für all eure guten Worte und Rückmeldungen, danke dass ihr euch auf define: mother eingelassen habt, ob selbst Mutter oder nicht oder vielleicht.

Ich wünsche mir sehr, und ich glaube auch alle Mütter, die in dieser Woche ihr Herz geteilt haben, dass dieses Projekt weitergehen darf. JEDE Mutter hat etwas dazu zu sagen. JEDE Geschichte ist wertvoll und wert, gehört zu werden. Wir laden euch herzlich ein, Vergangenes nicht zu vergessen, es zu benennen und offen zu sein, wenn ihr die Freiheit habt. Meldet euch gern hier.

 

Alles Liebe zum Muttertag, egal ob du ein Kind in Armen hältst, sein Herz unter deinem schlägt oder du es in deinem Herzen trägst.

Und: Muttertag ist immer.

 


 

Today is the day, Mother’s Day. This one festive day that honors and delights, that makes you grateful and humble, this day that can hurt. Here’s a little story by Ernest Hemingway, I already shared last year:

„For sale: Baby shoes, never worn.“

This is reality for so many, for so many more than we sometimes think. It is also the reality of all those women who shared a part of their story this week, here on define: mother. But after all, it is a reality that does not stagnate, it changes – from the prevailing feeling of loss to joy and gratefulness. The past is not forgotten, it’s called by its name and after a while you find the strength to be open about it. Authenticity is what this world, what we all need so badly.

THANK YOU from the bottom of my heart to all of you readers, for all kind words and messages, for opening your hearts, no matter if you are a mother yourselves or not or perhaps.

I hope so much, and I also think that all those mothers do who contributed this week, that this project will continue. EVERY mother has something to say. EVERY story is precious and worth being listened to. We warmly invite you to not forget the past, call it by its name and open up, if you feel free to do so. Please get in touch here.

 

Lots of love to you this Mother’s Day, no matter if you hold a child in your arms, if its heart beats below yours or if you carry it in your heart.

And: it’s always Mother’s Day.

 

B., Mama von dreien

 

(For the English version, please scroll down.)

 

Mama sein beginnt für mich ganz still und unsichtbar: es ist die Entscheidung im Herzen einer Frau, nicht mehr länger nur für sich selbst zu leben. Vier Jahre ist es nun her als ich diese Entscheidung traf und es schien auch alles „nach Plan“ zu laufen: nur wenige Wochen später hielt ich einen positiven Schwangerschaftstest in meiner Hand. Dieser Moment veränderte mein bisheriges Leben grundlegend: mir bis dahin unbekannte Gefühle der Freude und des Glücks, aber auch der Sorge und Unsicherheit bestimmten von da an meinen Alltag. Ich lebte nicht mehr für mich allein, sondern trug ein winziges und einmaliges neues Leben in mir. Das kleine Herz schlug und ich freute mich jeden Tag mehr, dieses Wunder bald in meinen Armen halten zu dürfen… Doch in der 10. Schwangerschaftswoche schlug das Herz nicht mehr. Und statt einem neuen Eintrag in meinem Mutterpass, erhielt ich eine Überweisung ins Krankenhaus…

Mama sein kann so erbarmungslos schmerzvoll sein: ich weinte mir die Augen aus und fühlte mich so, als ob etwas von mir selbst gestorben wäre. Doch mit wem konnte ich meinen Schmerz teilen? Niemand wusste wirklich, was ich fühlte. Mein Mann, meine Familie und engsten Freunde versuchten es, aber auch sie konnten die tiefe Traurigkeit meines Herzens nicht nachempfinden. Doch in dieser schmerzvollen Zeit fand ich Trost bei Gott. „Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet“ Jesaja 66,13. Er verstand mich, er wusste, wie sehr mich dieser Verlust meines Kindes schmerzte.

Schon Monate vorher hatten mein Mann und ich den Namen „Zoe“ entdeckt. Er gefiel uns beiden sofort und wir waren uns einig, dass wir eines Tages unsere Tochter so nennen würden. Zoe bedeutet „das Leben“. So erschien es mir zuerst absurd, nun unserem verstorbenen Kind diesen Namen zu geben. Doch in meinem Trauerprozess wusste ich auf einmal, dass dies der Name unserer ersten Tochter ist, die nun das ewige Leben bei ihrem Vater und Schöpfer im Himmel hat. Und die Gewissheit, dass ich sie dort eines Tages wiedersehen werde, erfüllte mein Herz mit neuer Freude und Zuversicht.

Heute bin ich Mama von drei Kindern. Mama sein ist ein Abenteuer, das manchmal hart, herausfordernd und auch sehr schmerzvoll sein kann, doch trotzdem oder gerade deshalb ist es das wertvollste Geschenk und die wunderbarste Aufgabe, die einem als Frau zuteil werden kann.

 


 

 

Being a mother starts quietly and invisibly: it is the decision in a woman’s heart not to live just for herself anymore. It’s been four years since I’ve made this decision and everything seemed to go just “as planned”: only a few weeks later I held a positive pregnancy test in my hands. This moment changed by life completely: I didn’t know those feelings of joy and happiness, but also sorrow and insecurity, that started flooding my days. I didn’t live just for myself anymore, but carried a tiny unique new life in me. The little heart was beating and I grew happier every day to soon hold this miracle in my arms … But in week 10, the little heart didn’t beat anymore. Instead of getting a new entry into my maternity record book, I was sent to hospital …

Being a mother can be relentlessly painful: I wept and wept and I felt like a part of myself had died. Was there someone to share my pain with? Nobody really knew how I felt. My husband, my family and closest friends, they tried, but they just couldn’t understand this deep sadness of my heart. In this painful time, I found comfort in God. “As a mother comforts her child, so will I comfort you.”, as written in the book of Isaiah, chapter 66, vers 13. He understood, he knew how much pain the loss of my child caused me.

Months before, my husband and I had discovered the name “Zoe” for ourselves. We both loved it and agreed immediately that this would be the name of our daughter. Zoe means “life”. First, it seemed to be absurd to name our dead child like this. However, during my time of grief I suddenly knew that this is the name of our first daughter who now lives eternally with God, her creator. My certainty to see her there again one day filled my heart with new joy and hope. Today, I am mother to three children.

Being a mother is an adventure which sometimes is very hard, challenging and also painful but despite of this, or maybe even because of this, it is the most precious gift and most wonderful task a woman could be granted with.

 

A., Mama ihrer Kinder

 

(For the English version, please scroll down.)

 

Schon in frühen Jahren zog es mich immer zu Kindern.  Die Lebendigkeit faszinierte mich, ich bestaunte sie als Wunder der Schöpfung, so vielfältig, voller Entwicklung und zugleich so Schutzbefohlen.

In mir entwickelte sich der Wunsch sorgen zu dürfen, Verantwortung zu tragen und zu lieben.

Aus einer Liebe zweier Menschen entsteht ein Kind, empfangen zu dürfen, das Leben im eigenen Leib spüren zu dürfen, heranwachsen zu sehen.

Mit der Geburt das erste Loslassen, das mich als Mutter ein Leben lang begleitet.

Es macht mir immer wieder klar, mein Kind ist ein Teil von mir den ich begleiten darf und immer wieder loslassen muss, Schritt für Schritt. Wir gehen nicht im gleichen Tempo, es sind Prozesse. Mir hilft die Gewissheit, dass Gott unsere Schritte begleitet, dass ER die Führung haben darf und dass bei IHM letzten endlich auch das Ziel ist.

Mit jedem Kind das ich haben darf, mache ich neue Erfahrungen.

Es läuft nicht alles „glatt“, die Schwangerschaft und auch das Leben sind in Gefahr. Umso mehr wird es kostbar, wertvoll, eben nicht unbedingt „normal“  und „selbstverständlich“ ein Kind haben zu dürfen.

Mama sein, erfüllt mich mit unsagbarer Liebe, mit Wärme, mit einer Wonne die mich glücklich macht und meiner Berufung näher bringt.

Mama sein fordert mich heraus, Tag Täglich immer wieder aufs Neue, hält mich lebendig.

Mama sein tut auch weh, wenn ich lassen muss, hergeben muss ohne gefragt zu werden, still werden weil Gott einen andern Plan hat.

„Ja“ sagen, auch wenn es weh tut, weil ich weiß, dass ER einen guten Plan hat der mein Verstehen übersteigt und mein Kind in Gottes Hand ist.

Mama sein, wird nie aufhören,  auch nicht über den Tod hinaus!

 

In Liebe,

Mama meiner Kinder.

 


 

 

Already as a young woman I was drawn to children. Their vividness fascinated me, I marveled at them as a miracle of creation, so diverse, full of growth but at the same time in need of protection.

This wish to care, to carry responsibility and to love developed inside of me.

A child that grows out of love of two people. It’s a privilege to be called to being a mother, to conceive, to feel this life in your own body and watch it grow.

At giving birth, letting go for the first time which will go along on all of my journey of motherhood.

It becomes more and more obvious for me that my child is a part of myself I’m allowed to take care for but have to let go again and again, step by step. We don’t go forward at the same pace, it’s always a process. For me it’s helpful to know that God goes along with us, that he leads us and that he’s the destination.

With every child I’m blessed with, I gain new experiences.

Things don’t go “smooth” all the time, pregnancy and life are in danger. This way it becomes even more precious and priceless, less “normal” and “taking it for granted” to be blessed with a child.

Being a mother suffuses me with inexplicable love, with warmth, with a kind of joy that makes me happy and brings me closer to my calling.

Being a mother challenges me, day by day, again and again, it keeps me vivid.

Being a mother also hurts because I know that He has got a good plan which is beyond understanding and because my child is with him.

Being a mother will never end, not even beyond death!

 

In love,

mother of my children.

S., Mama von dreien

 

(For the English version, please scroll down.)

 

Es ist der vierte Jahreslauf, den wir hier an diesem Ort erleben. Die Vergissmeinnicht sprießen, es verströmt ein Schmetterlingsflieder seinen Duft. Die grünen Wipfel rascheln leise, werden zum Rauschen. Bunte Blätter tanzen, bedecken den aufgeweichten Boden. Dann, kein Ton, merkwürdige Stille, nur das Knirschen der Schritte auf schneebedeckter Erde. Bis die Vergissmeinnicht wieder blühen. Ich vergesse nicht. Hier auf der Schmetterlingswiese, wo unser Sohn begraben liegt.

2014 brachte ich unseren ersten Sohn aus ungeklärter Ursache ohne jede Vorwarnung viel zu früh zur Welt. Er konnte das nicht überleben. Ich glaube, dass so ziemlich alles in mir zerbrach.  In den ersten Wochen nach der Geburt verließ ich das Haus im Grunde nicht. Im Nachhinein wurde mir klar, dass Angst und Scham der Grund dafür waren. Davor, bekannte Gesichter zu treffen und ihnen etwas erklären, mich erklären, mein „Versagen“ erklären zu müssen. Davor, dass unbekannte Gesichter mich nicht als das sahen – sehen konnten – als die ich mich selbst fühlte, als Mutter. Das Schmerzhafteste, das jemand zu mir in dieser Zeit sagte, war „Du wirst auch irgendwann Mama sein!“. Ich bin froh, dass ich mich nicht mehr daran erinnere, wer das zu mir gesagt hat. Doch es traf mich zutiefst und es war falsch. Ich war Mama!

Eine Mutter ist eine Frau, die es zulässt, dass ihre Identität unerklärlich tief durch die Liebe zu einem Kind geprägt wird. Dieses Zulassen birgt immer auch einen großen Schmerz – nämlich dann, wenn das geliebte Kind nicht ist, nicht mehr ist. Dann, wenn man loslassen muss. Und das muss jede Mutter, früher oder später, immer wieder. Wie einen Schmetterling.

Eine Mutter ist also auch eine Frau im ständigen Prozess des Werdens, des immer wieder neu Findens dieser ihrer Identität. Ja, wie ein Schmetterling.

Inzwischen bin ich Mutter von drei Kindern – einem nicht bei mir, einem unübersehbaren Wirbelwind, und einem weiteren, das noch im Bauch heranwächst. In allem Schmerz und in allen Facetten habe ich ein „Ja“ zu dieser Identität.

Das ist doch verwunderlich. Alles daran ist verwunderlich, ein Wunder, das Muttersein, das Mutterwerden.

 

* Danke (!) an meinen Mann, der diesen Moment mit unserem Sohn eingefangen hat, und der mich bedingungslos unterstützt.

 


 

 

It’s the fourth time we experience the seasons here in this place. Forget-me-nots spring, a butterfly-bush exudes its scent. Green tree tops rustle gently, becoming a loud one. Colorful leaves dance, cover the rain-sodden ground. And then, not one sound, weird silence, only crunching footsteps on snow-covered earth. Until the forget-me-nots spring again. I won’t forget. Here in this place, where our son is put to rest.

In 2014 our first son was born way too early, completely unexpected and unaccountable. He could not survive. I believe that everything inside of me was torn apart in this moment. In the first weeks after his birth I didn’t leave the house. Now I know that the reason for this was fear and shame. Fear and shame to meet people I know and needing to explain something to them, explain myself, explain my “failure”. Fear and shame that people I did not know wouldn’t see me – couldn’t see me – the way I saw myself, as a mother. The most hurtful thing someone said to me during those weeks was “You will be a mama someday!” I’m glad I don’t remember who said that. But it affected me deeply and it was wrong. I was a mama!

A mother is a woman who allows her identity to be inexplicably molded by the love of a child. Allowing this always inherits a deep pain – when this child is not, is not anymore. When you have to let go. Every mother has to let go, sooner or later, again and again. Like a butterfly.

A mother also is a woman in a constant process of becoming, of finding this identity, her identity, all over again. And again. Yes, like a butterfly.

Today I’m a mother of three children – one who is not here with me, one little whirlwind and one still growing inside of me. In all that pain and with all its different facets, I’ve got a “yes” for this, my, identity.

Isn’t that wondrous? Well, everything about it is wondrous, it’s a miracle, this being a mother, this becoming a mother.

 

* Thank you (!) to my husband who captured this moment with my son, and supports me unconditionally.

N., Mama von fünf

 

(For the English version, please scroll down.)

 

Mama sein bedeutet für mich

 

ein Privileg

ein Geschenk Gottes, das ich mir nicht verdienen kann

ein Wunder empfangen aus der Hand des Schöpfers, geformt in mir,

das ich tragen darf, lieben, annehmen, gebären, loslassen

Verantwortung tragen

Immer wieder neu geformt werden

manchmal an die Grenzen meiner Kräfte kommen und lernen aus Gottes Kraft zu leben

lieben, lachen, träumen, leben

Zeuge sein von Gottes Wirken

Über Einzigartigkeit staunen

Herausforderung und wachsen darin

Geborgenheit schenken und empfangen

Echtheit neu entdecken

Im Jetzt leben

Nähe spüren

Veränderung, Entwicklung

Und so vieles mehr…

 

Ich darf Mama sein von fünf Kindern.

Unsere Älteste (fast neun Jahre alt), ihr Name bedeutet die Friedliche und das spiegelt sich auch in ihrem Charakter wieder.

Unsere zweite Tochter (sieben), ist ganz quirlig und sprüht vor Leben und Phantasie.

Unsere dritte Tochter durfte ich neun Monate in meinem Bauch tragen. Wir erlebten zusammen eine wunderbare Schwangerschaft. Vier Wochen vor Ihrem errechneten Geburtstermin starb sie leider in meinem Bauch. Wir mussten Abschied nehmen, loslassen lernen, Trauer zulassen, in Gottes Hände zurückgeben, hatten und haben viele Fragen, erlebten viele traurige und auch wütende Momente. Doch mitten in all dem durften wir ganz intensiv erleben, wie Gott, der dieses Kind in mir erschaffen hatte, (Psalm 139) uns tiefen Frieden und großen Trost schenkte und schenkt. Wir wurden getragen durch die schweren Monate nach ihrer Geburt und erleben das so bis heute. Eines unserer Mädchen meinte einmal, sie hat einfach eine Abkürzung in den Himmel genommen.

Unsere vierte Tochter(drei) ist willensstark und lebensfroh. In der Schwangerschaft mit Ihr durfte ich lernen, dass nun Angst und Trauer Blumen sind, die zu meinem Lebensgarten mit dazu gehören und gleichzeitig mit Freude, Zuversicht und Hoffnung zu unserem Leben gehören.

Nun trage ich unser fünftes Kind in mir. Wir sind schon sehr gespannt darauf, freuen uns darauf es bei uns in der Familie willkommen zu heißen und sind froh mit all unseren Gedanken zu Gott kommen zu können.

Ich bin dankbar für dieses unendlich große Geschenk Kinder haben zu dürfen und einen Mann an meiner Seite, der ein wunderbarer Ehemann und Papa ist.

 

Ich glaube dass Gott uns Frauen für Mutterschaft berufen hat. Nicht jede Frau bekommt leibliche Kinder aber Viele leben in der Berufung Mutter für Viele zu sein, in unterschiedlichsten Formen. Wir spenden Leben, lieben, lachen, versorgen, fördern, behüten…

So hat jede Frau ihren einzigartigen Platz in Gottes großer Familie, den niemand anders einnehmen könnte, geliebt vom Vater, dem Schöpfer allen Lebens, selbst.

 


 

 

Motherhood for me means

 

a privilege

a gift from God I can’t earn

a miracle I receive from the hands of the Creator, formed inside of me,

one that I get to carry, to love, to accept, to birth, to let go

carrying responsibility

being mould all over again and again

sometimes reaching the ends of my own strength and learning to live from God’s

to love, to laugh, to dream, to live

being a witness to God’s doings

marveling individuality

challenge and grow in challenge

to give and receive emotional security

discover authenticity

live now

feel closeness

change, development

and so much more …

 

I get to be the mother of five children.

Our oldest one (nearly nine years old), her name means “the peaceful one” which reflects her character perfectly.

Our second daughter (seven), she is vivid, full of life and imagination.

Our third daughter, I was privileged to carry in my womb for nine months. We had a beautiful pregnancy together. Four weeks before her due date she died in my womb. We had to say goodbye, learned to let go, allowed grief, gave back to God, had and still have so many questions, experienced desolate and angry moments. In all of this we experienced how God who created this child in me (Psalms 139) gave and gives deep peace and comfort. We were carried through these hard months after her birth and this is how it is up to today. One of our girls once said, she simply took a shortcut to heaven.

Our fourth daughter (three) is strong-minded and joyful. Being pregnant with her I could learn that fear and grief are flowers that grow in my life’s garden. They belong there, as do joy and hope.

Now I carry our fifth child inside of me. We are very excited to welcome this child into our family and we’re glad we can come to God with all our thoughts.

I am grateful for this endlessly big gift of having children and a man by my side who is a wonderful husband and father.

 

I believe that God called us women into motherhood. Not every woman conceives children but a lot of women live their calling in various forms. We give life, love, laugh, nourish, encourage, protect, …

Every woman has her individual place in God’s big family nobody else could take, loved by the father, Creator of all life himself.

 

J., Mama von Zwillingen mit Himmels­geschwistern

 

(For the English version, please scroll down.)

 

Mutter sein zu definieren ist gar nicht so leicht. Es bedeutet für mich insbesondere zu lieben, Gefühle in einer Intensität zu erleben, wie ich es nie für möglich gehalten hätte (und nicht nur die schönen:)), aber auch die Bedürfnisse anderer über meine stellen zu lernen und mich in Geduld zu üben (puh!). Es bedeutet, wieder aus tiefstem Herzen zu lachen, die kleinen Dinge des Lebens zu sehen, langsamer zu werden, zu staunen, stolz zu sein und zu kämpfen wie eine Löwin.

Kleine Menschen prägen zu dürfen, zu beobachten wie sie wachsen, einen eigenen Willen bekommen, sie anzuleiten, ihnen Hilfe und Unterstützung zu geben und zu sehen, wie sie lernen Dinge selber und auch anders zu machen, als ich sie vielleicht machen würde.

Ständig müde zu sein, sich Sorgen zu machen, aber auch Leichtigkeit neu zu empfinden, Dinge nicht mehr so ernst zu nehmen. Oft alle Zeit der Welt zu haben aber zu nichts zu kommen. Wieder lernen zu spielen; die Welt verstehen zu wollen, ausgelassen zu sein, nie pünktlich zu sein und für vieles ewig zu brauchen.

Den Weg wieder als Ziel zu sehen. Selten saubere Sachen anzuhaben, aber auch das nicht mehr so wichtig finden. Mitzuleiden, Leid abnehmen zu wollen, Schützen und beschützen zu wollen, vieles anders zu sehen und neu zu hinterfragen. Grenzen zu setzen, zu erziehen und mich peinlich zu verhalten und mich zu schämen-dafür, was ich früher über Mütter gedacht habe ;).

Es bedeutet so vielen mehr… auch demütig zu werden und dankbar…. Dankbar dafür, dass ich eine Mutter hatte, die für mich all das und noch viel mehr war.

 


 

Defining „mother“ is not easy. For me, it means to love, to experience feelings in an unexpected, unknown intensity (and not just the positive ones), but also to put the needs of other above my own and practice patience (phew!). It means, to laugh again from deep deep down, to see the little things in life, to slow down, to wonder, to be proud, to fight like a lioness.

To shape little humans, to observe how they grow, develop their own will, to guide them, to offer help and support and to see, how they do things themselves and maybe differently than I would do them.

To be constantly tired, to worry, but also to experience ease in a new way, to not take everything so serious. Oftentimes, to have a lot of time but not being able to get something done. Learning to play again; wanting to understand this planet, being frolic, never being on time and needing a lot of time for most of the things.

To regard the journey as the reward. Rarely wearing clean clothes but finding this to be less important. Suffering with them, wanting to take some of the pain off them, protecting and defending, seeing things differently and questioning them as well. Setting boundaries, parenting and behave weirdly in public, being ashamed – for what I’ve once thought of other parents.

For so many, it means so much more … becoming humble and grateful … grateful for having a mother of my own who was all that to me and a lot more.